Ein griechischer und ein estnischer Finanzexperte im Dialog

Auf der letzten EU-Konferenz zum Euro hatten zwei Finanzfachleute aus Griechenland und Estland am Rande der Veranstaltung Gelegenheit zu einem Erfahrungsaustauch.

Das Gespräch soll nach Berichten von Ohrenzeugen in etwa so verlaufen sein.

Der Este: “Die reden wieder ewig heute.“

Der Grieche: „Die sollen einfach überweisen, was überlegen die so lange.“

Der Este: „Warum habt Ihr denn auch so eine Menge Schulden?“

Der Grieche: „Was soll denn diese Frage? Alle in der EU haben eine Menge Schulden.“

Der Este: „Wir nicht. Unsere Schulden betragen nur 6% des Bruttosozialproduktes.“

Der Grieche:  „Ich glaube, ich muss Dir einmal erklären wie es hier läuft. Ihr seid ja erst kurz dabei. Wir haben Schulden von etwa 31.000 EUR pro Kopf. Wenn wir Pleite gehen, ist für alle, die für uns haften, so etwa ein kleiner BMW weg. Das kann Merkel ihren Leuten nicht erklären. Deshalb zahlen die lieber weiter.“

Der Este: „Findest Du das nicht unfair? Wir zum Beispiel haben Firmen aufgebaut wie Skype, damit man umsonst im Internet telefonieren kann.“

Der Grieche:  „Bei uns war vieles auch ohne Skype immer umsonst. Außer wenn wir Genehmigungen bei Behörden brauchen; das war schon immer richtig teuer.“

Der Este:  „Habt ihr denn nie daran gedacht, alles bei Euch zu verändern? Wir hatten vor vier Jahren auch eine große Krise und haben enorm gespart und Steuern erhöht. Unsere Leute haben ein Drittel ihres Einkommens verloren.“

Der Grieche: „Sind denn eure Leute nicht auf die Straße gegangen?

Der Este: „Nein, alle wussten, dass wir etwas verändern müssen. Außerdem, so schlimm war es wieder nicht. Die Russen waren viel schlimmer!“

Der Grieche: „Verstehe ich nicht. So bekommt ihr nie einen, der für Euch bezahlt.“

Der Este: „Wollen wir gar nicht. Warum fangt ihr nicht endlich an, einmal Steuern bei euren eigenen Leuten einzusammeln. Ihr habt doch viele Reiche.“

Der Grieche: „Das ist schwierig. Das Geld ist schon weg. 200 Milliarden sind zum Beispiel in der Schweiz. Wenn wir die 60 Milliarden Steuerschulden eintreiben könnten, sähe die Welt sicher anders aus.“

Der Este: „Das sind Summen. Wir haben gerade einmal 1 Milliarde Schulden insgesamt.“

Der Grieche: “Ich mache Dir einen Vorschlag. Wir tauschen einmal unsere Jobs.“

Der Este: „Nein danke, ich glaube mit so vielen Nullen kann ich nicht rechnen.“

Der Grieche: „Ach, da gewöhnst Du Dich dran: Wenn Du immer eine Null als Chef hast, macht Dir das Schreiben von Nullen bald nichts mehr aus!“

 

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