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Triathlon: Drei Dinge braucht der Mann – oder die Frau!

Für den Endorphien-Junkie gibt es nach Stadtmarathon und SwissAlpine Berglauf nur noch eine Steigerung: einen Ironman – in der niedlichen Kleinform als 70.3 –  1,9 km Schwimmen, 90 Kilometer Radfahren und Halbmarathon oder gleich als doppelte Packung – am besten in Hawaii.

Gesagt, getan! Dabei gibt es nur ein Problem! Unser Langstreckenspezialist kann nicht vernünftig Schwimmen! Radfahren geht noch, denn da muss man „nur“ die Beine bewegen und das ist er ja gewöhnt. Aber zwei oder fast vier Kilometer Kraulen und dabei Beine und Arme koordiniert für den Vorwärtsantrieb nutzen, dafür ist er weder seelisch noch körperlich anständig vorbereitet.

Begonnen wird mit dem Training im Freizeitschwimmerbecken. Nach den ersten vergeblichen Versuchen, den brustschwimmenden Frauen im mittleren Alter mit ausreichend tragendem Körperfett im Freistil zu enteilen, kommt langsam die bittere Erkenntnis: nicht nur der Triathlon wird lang, sondern auch der Weg bis zu dem Punkt, an dem dieses wilde Gefuchtel im Wasser Schwimmen genannt werden kann.

Nach Wochen harter Wasserarbeit zeigen sich erste kleine Fortschritte: der Stil ist zwar noch nicht besser geworden, aber die Erschöpfung nach dem Schwimmen nimmt ab. Das Wechseln nach dem Schwimmen auf das Rad müsste also einfacher werden. Wenigstens das!

Und schon naht der erste Wettkampf: 70,3 -  wohlgemerkt Meilen. Als unser mutiger Schwimmnovize morgens um 7 Uhr mit den Cracks in seiner geliehenen Neoprenpelle im Wasser steht, kommen ihm ernste Zweifel: Werde ich ankommen? Oh Gott, gibt es ein Rettungsboot?

Doch dann geht es schon los. Wildes Schlagen und Rudern! Und immer wieder der Gedanke: Wann bin ich endlich da. Unendlich scheint der Weg. Doch alles hat einmal ein Ende: sogar das Schwimmen eines Langstreckenläufers. Er kommt an und ist nur noch überglücklich, der nassen Pfütze entronnen zu sein und nun entspannt auf dem Rad zu sitzen.

Im Ziel hat er dann den fürchterlichen Beginn vergessen.  Bald steht er wieder am Sonntagmorgen um 7 Uhr in einer kalten Brühe und denkt sich wieder: Warum tue ich mir das nur an?

Ja, auf diese Frage gibt es wohl keine vernünftige Antwort.